Zivilisation und Krankheiten

zivilisation und krankheiten.

In der aktuellen Situation rückt das Thema Infektionskrankheit wieder in den Vordergrund. Unglaublich wenn man bedenkt, dass die Entwicklung von Gesundheit und Lebenserwartung heute nicht mehr wie früher von Infektionskrankheiten, Arbeitsbedingungen und Unfällen bestimmt wird, sondern durch chronisch degenerative Erkrankungen, vor allem Herzkreislauferkrankungen, Krebs, Muskel-Skelett-Erkrankungen, Zuckerkrankheit und zunehmend auch seelische Erkrankungen. Solche Erkrankungen verursachen über drei Viertel der Krankheitstage und Sterbefälle. Man nennt diese Erkrankungen Zivilisationskrankheiten, genannt auch Wohlstandskrankheiten oder Volkskrankheiten. Alleine die Wortfindung ist erschreckend.

 

Unbestritten haben sich durch den gesellschaftlichen Wandel der letzten 100 Jahre die Lebensbedingungen für uns radikal verändert. Unsere Lebensweise und Lebensverhältnisse, die geprägt sind von Umweltbelastungen, Mangelernährung (Fehl- und Überernährung), Genussmittelmissbrauch (und ja auch Arzneimittelmissbrauch), Bewegungsmangel, Stress und so weiter und so fort, bedingen die Zunahme von Zivilisationskrankheiten.

Was ist eigentlich Zivilisation?

Der Begriff Zivilisation kommt vom lateinischen Wort „civis“ was übersetzt heißt der Bürger oder „civitas“ die Städte.  Vor allem die verbesserten Lebensbedingungen des Menschen, die durch den Fortschritt von Wissenschaft und Technik geschaffen wurden, werden mit Zivilisation verbunden. Der Beginn der Zivilisation wird mit dem Beginn der Sesshaftigkeit beschrieben. Durch die Landwirtschaft waren mehr Menschen an einem Ort über längere Zeit gebunden, Städte entstanden mit Regeln für das gemeinschaftliche Zusammenleben. Diese Regeln umfassen Kultur, Sprache, Schrift, Religion, Bräuche, Sitten und alle Formen der Kunst.

 

Die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“, auf die sich die UNO 1948 als verbindlich für alle Menschen und Staaten geeinigt hat, wird umgangssprachlich als „Zeichen der Zivilisation“ bezeichnet.

 

Zivilisationskrankheiten werden klassifiziert als nicht übertragbare Krankheiten (!!!) und entstehen als Folge ungesunder Lebensweise. In der relativ neuen Medizinischen Disziplin Epigenetik gibt es deutliche Hinweise, dass sich Lebensstile an die nächste Generation vererben lassen.  Unsere „zivilisierte“ Gesellschaft, in der Flexibilität, viele (digitale) Kontakte aber wenig Beziehungen, soziale Isolation usw. grundlegend geworden sind, produziert zunehmend neue Krankheitsmuster. Angststörungen, Suchtprobleme, depressive Verstimmungen, Allergien, stressbedingte Herz-Kreislauf-Störungen, funktionelle Beschwerden vom Kopfschmerz über das Rückenleiden bis zu hormonellen Dysfunktionen. Das Ausmaß psychosomatischer und psychosozialer Störungen steigt kontinuierlich an.

 

 

 

 

 

Unsere Lebensgewohnheiten passen einfach nicht zu unserer Anatomie, nicht zu unserem Stoffwechsel und auch nicht zu unserer Art als soziales Wesen. Das ist sehr bedrückend und es stellt sich mir die Frage, wie es sich mit unserem menschlichen Lebensstil verhält und ob wir uns selbst gegenüber überhaupt zivilisiert verhalten? Und wenn wir es uns selbst gegenüber nicht tun, wie können wir dann der Natur, der Umwelt, anderen Menschen, anderen Meinungen usw. zivilisiert begegnen?

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Allergien: Eine Allergie ist eine chronisch verlaufende Erkrankung. Es handelt sich dabei um eine Fehlfunktion des körpereigenen Immunsystems. Dieses reagiert überempfindlich auf eigentlich harmlose Stoffe wie Blütenpollen, so als würden diese eine ernsthafte Bedrohung des Körpers darstellen. In Europa sind in etwa 60 Millionen Menschen betroffenen, davon allein in Deutschland 20 – 30 Millionen Bundesbürger. Tendenz steigend. Mehrere Tausend Menschen sterben pro Jahr in Deutschland an allergischen Reaktionen. Die WHO warnt vor Allergien als ernst zu nehmende Gesundheitsgefährdung mit nahezu pandemischen Ausmaßen.

 

Krebs: Jährlich erkranken insgesamt etwa 492.000 Menschen neu an Krebs. Mit ca. 230.000 Todesfällen pro Jahr nehmen sie nach den Herz-Kreislaufkrankheiten den zweiten Platz in der Rangfolge der Todesursachen ein. Es ist eine Reihe von Faktoren/Risiken bekannt, die zusammen oder einzeln mitverursachend für eine Krebserkrankung sind. Dazu zählen unter anderem: Tabakkonsum, Alkoholmissbrauch, unausgewogene Ernährung, Bewegungsmangel, krebserzeugende Stoffe in der Arbeits- und Umwelt einschließlich Strahlenbelastungen, aber auch Infektionen, insbesondere mit bestimmten Virusarten.

 

Depressionen: gehören zu den häufigsten und hinsichtlich ihrer Schwere am meisten unterschätzten Erkrankungen. An Depression sind derzeit in Deutschland 11,3% der Frauen und 5,1% der Männer. Insgesamt sind im Laufe eines Jahres 8,2 % der deutschen Bevölkerung erkrankt. Das entspricht 5,3 Mio. Bundesbürgern. 2015 starben mehr Menschen durch Suizid (10.080) als durch Drogen (1.226), Verkehrsunfälle (3.578) und HIV (371) zusammen (Quelle: Todesursachenstatistik 2015, Statistisches Bundesamt). Die Mehrheit der Suizide erfolgt vor dem Hintergrund einer unzureichend behandelten Depression.

 

Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Laut dem Statistischen Bundesamt starben im Jahr 2017 deutschlandweit durchschnittlich 416,8 Personen je 100.000 Einwohner (ca. 344.000 Menschen) aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen (ICD-10 Kap. IX I00-99). Zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen u.a. Bluthochdruck (Hypertonie), Koronare Herzkrankheit (KHK) & Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen, usw.

 

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Quellen:

https://www.praeventologe.de/

https://de.wikipedia.org/wiki/Zivilisation

https://www.in-form.de/wissen/meldungen/profiportal/who-bericht-zu-zivilisationskrankheiten/

https://aok-erleben.de/zivilisationskrankheiten-welche-sind-das-eigentlich/

https://www.berufsunfaehigkeitsversicherungen-heute.de/2015/06/18/zivilisationskrankheiten-die-groesste-epidemie-der-menschheit-und-hauptursache-fuer-berufsunfaehigkeit/

https://allergiecheck.de/

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/praevention/gesundheitsgefahren/krebs.html

https://www.aok-bv.de/imperia/md/aokbv/presse/pressemitteilungen/archiv/2018/07_faktenblatt_depressionen.pdf

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1042784/umfrage/sterberate-aufgrund-von-kreislauf-erkrankungen-nach-alter-und-geschlecht/

 

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